Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
"Warum unsere Kinder Tyrannen werden" ist eine Buchüberschrift, die Eltern und andere Erziehende empören kann. Geben sie doch ihr bestes, um ihren Kindern ein liebevolles Zuhause zu bieten, sie zu fördern und sie gut für ihre Zukunft vorzubereiten. Der Untertitel verrät indes mehr: Die Abschaffung der Kindheit. Was steckt hinter den Thesen des Autors Michael Winterhoff, der sein Buch an alle richtet, die verhindern wollen, dass unsere Gesellschaft ihre Kinder eines Tages hassen wird.
Die Kinder selbst haben sich nicht zu denjenigen gemacht, die wenig Respekt gegenüber Erwachsenen haben, über eine nachlassende Frustrationstoleranz und vor allem über eine nicht altersgerechte psychische Reife verfügen. Dies, so der seit rund zwei Jahrzehnten praktizierende Kinder- und Jugendpsychotherapeut Michael Winterhoff, liege an den Erwachsen im Umfeld der Kinder: Eltern, Großeltern, Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte. Die Kinder seien letztlich nur die "Symptomträger der gesellschaftlichen Fehlentwicklung".
Konkret meint er damit die Beziehungsstörungen zwischen den Erziehenden und den Kindern. Partnerschaftlichkeit zwischen Erwachsenem und Kind sowie das symbiotische Verschmelzen zwischen Elternteil und Kind verursachen, dass sich die Kinder nicht mehr zu leistungsfähigen und -willigen Mitgliedern unserer Gesellschaft entwickeln.
Die Ausführungen des Autors regen zu einer genaueren Beobachtung des Verhältnisses von Kindern und Erwachsenen an und animieren, die aktuell diskutierten "Erziehungsratschläge" zu hinterfragen.
Zurück...



