Starke Kinder - Starke Familien
Eine Studie im Auftrag der Robert Bosch Stiftung zeigt, wie in Kommunen Lebensqualität und Entwicklungschancen von Kindern gefördert werden können. Familien, zivilgesellschaftliche Initiativen, Wirtschaft und staatliche Stellen müssten dazu gemeinsam Verantwortung übernehmen, so das Fazit der Studie "Starke Kinder - starke Familien".
Bei der Lebensqualität für Kinder zeigen sich in Deutschland große regionale Unterschiede: Viele Kommunen fördern das Ziel der Kinderfreundlichkeit mit zahlreichen Initiativen und Unterstützungsangeboten. In anderen Regionen wachsen dagegen die soziale Kluft und die Kinderarmut. Insbesondere in den Metropolen zeigt sich eine Bandbreite unterschiedlicher Lebensverhältnisse, in denen Kinder aufwachsen.
Die Studie der Robert Bosch Stiftung gibt auf der Grundlage des Konzepts "Wohlbefinden von Kindern" verschiedene Empfehlungen:
- Das Konzept "Wohlbefinden von Kindern" kann als ein Fixpunkt für eine Sozialberichterstattung für Kinder und Familien in Kommunen dienen. Ziel ist dabei, die Qualitätsunterschiede kindlichen Wohlbefindens in verschiedenen Lebensräumen aufzuzeigen und zu verdeutlichen, wie vielfältig und unterschiedlich politische Handlungsstrategien in den Kommunen sein müssen, wenn sie kein Kind zurücklassen wollen.
- Insbesondere in Metropolregionen müssen innovative Formen der integrativen Zusammenarbeit zum Wohl von Kindern entwickelt werden. Unterstützend kann dabei die Förderung von guter Praxis oder die Auslobung von Preisen wirken.
- Die Lebenssituation der Eltern beeinflusst die kindliche Entwicklung und Teilhabe stark und muss daher mitbetrachtet werden. Die Partizipation von Kindern sollte ernst genommen werden.
- Nur Netzwerke mit gezielten Akzenten können auf die vielfältigen Lebensbedingungen und Förderbedarfe reagieren. Die Kommunen konzentrieren sich dabei auf jeweils eigene Problemlagen und Ziele.
- Kommunen sollten die Expertise von Bürgerinnen und Bürgern akzeptieren und gemeinsam mit ihnen an der Verbesserung des Wohlbefindens von Kindern arbeiten. Dafür ist eine Reform der Aus- und Weiterbildung von kommunalen Verantwortlichen zu überdenken.
Autorinnen und Autoren der Studie sind der Soziologe Prof. Hans Bertram, die Politikwissenschaftlerin Prof. Tine Stein und die Journalistin Elisabeth Niejahr in Zusammenarbeit mit Roland Berger Strategy Consultants. Sie untersuchen das Konzept des kindlichen Wohlbefindens und seine Auswirkungen auf das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft und geben Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Lebenssituation von Kindern. Dabei legen sie den ganzheitlichen Ansatz des kindlichen Wohlbefindens zugrunde, wie er von UNICEF 2005 entwickelt wurde.
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