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Pflegezeit - Pflege naher Angehöriger zu Hause

Viele Familien pflegen ein Familienmitglied selbst. Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer haben Sie einen gesetzlichen Anspruch darauf, sich dafür eine Auszeit zu nehmen, die sogenannte Pflegezeit: Sie regelt eine unbezahlte, sozialversicherte Freistellung von der Arbeit für die Dauer von bis zu sechs Monaten für die Pflege eines nahestehenden Menschen zu Hause.

Anspruch auf Pflegezeit haben Sie, wenn Sie einen nah verwandten Menschen, bei dem mindestens Pflegestufe I vorliegt, in häuslicher Umgebung pflegen. Der Anspruch besteht allerdings nur gegenüber Arbeitgebern mit mehr als 15 Beschäftigten.

Als nahe Angehörige gelten:

  • Ehe- bzw. Lebenspartner/-partnerin
  • Großeltern, Eltern, Geschwister
  • Kinder, Adoptiv- und Pflegekinder, Enkelkinder
  • Schwiegereltern und Schwiegerkinder

Die Pflegezeit muss dem Arbeitgeber zehn Tage im vor Antritt schriftlich ankündigt werden mit Angaben zum Zeitraum und Umfang - auch eine teilweise Freistellung mit verringerter Arbeitszeit ist möglich. Außerdem benötigen Sie einen Nachweis der Pflegebedürftigkeit durch eine Bescheinigung der Pflegekasse oder des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung.

Der Kranken- und Pflegeversicherungsschutz bleibt in der Regel während der Pflegezeit erhalten, da während dieser Zeit regelmäßig eine Familienversicherung besteht. Während der Pflegezeit sind Sie rentenversichert, wenn die Pflege mindestens 14 Stunden in der Woche beträgt.
In der Arbeitslosenversicherung besteht die Pflichtversicherung für die Dauer der Pflegezeit fort. Die notwendigen Beiträge werden von der Pflegekasse übernommen.

Kurzzeitige Arbeitsverhinderung
Bis zu zehn Arbeitstage können Sie der Arbeit fernbleiben, um für nahe Angehörige, die akut pflegebedürftig werden, eine gute Pflege zu organisieren.
Auf Verlangen des Arbeitgebers müssen Sie eine ärztliche Bescheinigung über die voraussichtliche Pflegebedürftigkeit und die Erforderlichkeit der Arbeitsbefreiung vorlegen. Eine kurzzeitige Freistellung können alle Beschäftigten in Anspruch nehmen – unabhängig von der Anzahl der beim Arbeitgeber Beschäftigten. Der Schutz in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung bleibt bestehen.

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Pflegegeld
Das Pflegegeld ist eine finanzielle Leistung der Pflegeversicherung. Diese wird gezahlt, wenn die Pflege selbst sichergestellt wird, auch durch Angehörige. Das Pflegegeld wird nicht direkt an die Pflegeperson gezahlt, sondern an die oder den Pflegebedürftige/-bedürftigen. Sie oder er kann das Geld als finanzielle Anerkennung an pflegende Angehörige weitergeben.

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Pflegekurse, Gesprächskreise und andere Hilfen für pflegende Angehörige
Die Pflegekassen bieten für Angehörige kostenlose Pflegekurse an. Die Kurse vermitteln praktische Übungen und Beratung, bieten aber auch eine Auseinandersetzung und Informationen zu den Themen Leid, Überlastung oder Sterben. Die Kurse werden von vielen Pflegediensten angeboten.

Auch Träger der freien Wohlfahrtspflege, private Anbieter und Selbsthilfeverbände bieten professionell betreute Gesprächsgruppen an, die den Angehörigen helfen, ihren schwierigen und belastenden Pflegealltag besser zu bewältigen.

Entlastung und Hilfe für pflegende Angehörige können auch ambulante Pflegedienste, Essensbringdienste oder Fahrdienste bringen.

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Rechtliches Familienpflegezeit
Seit 2012 erleichtert außerdem das neue "Familienpflegezeitgesetz" die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Beschäftigte können nun ohne allzu hohe Einkommenseinbußen bis zu zwei Jahre lang ihre Arbeitszeit reduzieren.

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