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UNICEF-Report 2014: Jedes Kind hat Rechte

25 Jahre Kinderrechte - Die UN-Kinderrechtskonvention, die am 20. November 1989 von den Vereinten Nationen angenommen wurde, garantiert jedem Kind das Recht auf Versorgung, Schutz und Beteiligung und hat damit den Grundstein für eine kindgerechte Welt gelegt. Aber immer noch sind die ärmsten Kinder von sozialen und medizinischen Fortschritten oftmals ausgeschlossen - in reichen wie in armen Ländern. Vor allem die Prävention von Gewalt und Hilfen für benachteiligte Kinder müssen weltweit verbessert werden, so der UNICEF-Report 2014.

Auch Deutschland muss aus der Sicht von UNICEF die Ursachen von Ausgrenzung und relativer Kinderarmut stärker bekämpfen. Eine Längsschnittanalyse von UNICEF ergab, dass allein zwischen 2000 und 2010 rund 8,6 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen langjährige Armutserfahrungen gemacht haben. 2012 haben Jugendämter über 40.000 Kinder in Obhut genommen - meist weil ihre Eltern überfordert waren.

Das Risiko für Kinderrechtsverletzungen ist trotz zunehmender Aufmerksamkeit in Schulen, in Heimen und Jugendstrafanstalten weiterhin hoch. Armut und Überforderung sind auch häufige Ursachen für Gewalt in Familien. 35 Länder haben bisher ein umfassendes gesetzliches Verbot von Gewalt durchgesetzt - darunter auch Deutschland. Doch leben in diesen Ländern nur fünf Prozent aller Kinder.

Der UNICEF-Report 2014 zieht Bilanz und zeigt aktuelle Herausforderungen der Verwirklichung der Kinderrechte auf. Ein statistischer Anhang liefert zudem Daten zur Situation der Kinder und Jugendlichen weltweit, u.a. in den Themenbereichen Ernährung, Gesundheit, Bildung und Chancengleichheit.

Fakten zur weltweiten Lage der Kinderrechte

  • Das politische Bekenntnis zu den Kinderrechten ist seit 1989 weltweit ein Motor für sozialen Fortschritt. Trotzdem werden bis heute unzähligen Kindern ihre verbrieften Rechte vorenthalten:
  • Starben vor 25 Jahren noch über 12,6 Millionen Kinder unter fünf Jahren an vermeidbaren Krankheiten, sind es heute 6,6 Millionen. Doch bis heute wird ein Fünftel aller Kinder nicht durch Gesundheitsprogramme erreicht. Die ärmsten Kinder tragen die größte Last durch Krankheiten. Acht der zehn Länder mit der höchsten Kindersterblichkeit sind Krisenländer wie Somalia, Mali oder die zentralafrikanische Republik.
  • Viele Staaten haben den Kinderschutz verstärkt. Aber nur fünf Prozent aller Kinder leben in Ländern, in denen jegliche Form von Gewalt gegen Kinder verboten ist. Bis heute fehlen in fast allen Ländern umfassende und wirksame Strategien zur Prävention von Gewalt gegen Kinder.
  • Benachteiligten Kindern werden vielfach elementare Rechte vorenthalten. So sind bis heute weltweit etwa 30 Prozent der Mädchen schon vor ihrem 18. Geburtstag gezwungen zu heiraten – jedes Jahr schätzungsweise 13,5 Millionen Mädchen.
  • Allein rund 300 Millionen Kinder unter fünf Jahren zeigen problematisches Beziehungsverhalten sowie Aggressivität, weil sie in ihrem Umfeld Gewalt ausgesetzt sind.
  • Das Bewusstsein für schwere Kinderrechtsverletzungen ist weltweit gestiegen. Trotzdem arbeiten weiter rund 168 Millionen Mädchen und Jungen unter ausbeuterischen Bedingungen - fast die Hälfte von ihnen ist noch im Grundschulalter.
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