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Ein Tandem stellt sich vor

Erziehungstipps, Entlastung und einfach mal ein offenes Ohr hat sich die alleinerziehende zweifache Mutter gewünscht. Zur Unterstützung ist Monika Hall, Erziehungslotsin aus Wilhelmshaven, in die Familie gekommen. Lesen Sie hier, welche Aufgaben sie übernommen hat und wie sich dadurch das Familienleben änderte.

"Jetzt brauchst du jemanden"
"Ich habe mir Entlastung gewünscht, praktische Erziehungstipps und dass jemand auch mal ein offenes Ohr für mich hat", erklärt Martina K. ihren Entschluss, sich die Unterstützung einer Erziehungslotsin zu holen. Den Hinweis darauf erhielt sie in der Frühförderstelle ihres jüngsten Sohnes. In eine Belastungssituation geriet die junge allein erziehende Mutter eines Sieben- und eines Dreijährigen, als bei dem Kleinen eine gravierende Hörschädigung festgestellt wurde. Zahllose, umfangreiche Arztbesuche standen an, darunter auch Operationen im entfernten Oldenburg.

Auf Hilfe aus dem Familien- oder Freundeskreis kann die Wilhelmshavenerin nicht zurückgreifen. Spätestens als der Ältere auf die angespannte Situation mit ernsteren Schulschwierigkeiten reagierte, wusste Martina K.: "Jetzt brauchst du jemanden." Jemand, das ist Monika Hall. Seit die Erziehungslotsin zweimal pro Woche bei der kleinen Familie auftaucht, kann Martina K. etwas aufatmen. Mit beiden Kindern zum Arzt gehen und sich ungestört mit dem Mediziner über die nächsten Therapieschritte für den Jüngsten unterhalten, mit einer erfahrenen Mutter über Erziehungsprobleme reden oder mit dem Großen mal konzentriert die Hausaufgaben durchgehen, das alles ist möglich, seit es Monika Hall gibt.

Hätte sich die junge Mutter vorher auf einer zehnstufigen "Stress-Skala" "mindestens bei neun" einsortiert, sieht sie sich jetzt "ungefähr bei vier bis fünf". "Neben der praktischen Hilfe ist es einfach das Gefühl, dass jemand da ist", charakterisiert Martina K. den Einsatz der Erziehungslotsin, die "für mich so ähnlich wie eine Freundin oder Mutter ist". Empfindet sie es als Problem, einen unbekannten Menschen so weit in ihr Privatleben hineinzulassen? "In einer starken Belastungssituation öffnet man sich eher Fremden", sagt Martina K. "Ich finde es positiv, auch die Meinung Außenstehender zu hören, denn sie sind neutral."

"Man kriegt auch etwas zurück ..."
Monika Hall bei der Arbeit als Erziehungslotsin"Ich habe eine neue Aufgabe gesucht", beschreibt Monika Hall ihre Motivation nach "der Kindererziehungsphase und meiner Ehescheidung", Erziehungslotsin zu werden. Die Wilhelmshavenerin hat bereits Erfahrung in anderen Ehrenämtern und weiß: "Man kriegt auch etwas zurück, wenn man sich für andere Menschen engagiert." Und: "Ohne Ehrenamt läuft nichts in unserem Land. Wenn die Gesellschaft funktionieren soll, muss ich meinen Beitrag dazu leisten." Dass sie selbst auch "Glück mit den eigenen Kindern" gehabt hat, ist für Hall ebenfalls ein Antrieb, "nun etwas zurückzugeben". Ihr Einsatz bei der jungen allein erziehenden Mutter Martina K. vergleicht Hall mit der Hilfe einer "Oma" oder guten Nachbarin". Sie verstehe sich aber nicht als "Babysitterin vom Dienst", die Tätigkeit einer Erziehungslotsin sei als "Hilfe zur Selbsthilfe" gedacht, stellt die Ehrenamtliche fest. "Ich bin froh, in diese Familie gekommen zu sein", blickt sie auf ihre ersten Besuche bei Martina K. zurück.

Vor den Praxiseinsätzen wird mit jeder Erziehungslotsin ein Profil erarbeitet, das Wünsche oder Ausschlusskriterien für deren Arbeit enthält. Es hilft den Projekt-Koordinatoren, zueinander passende Erziehungslotsen und Familien zu finden. "Da ich Kinder gerne mag, wollte ich in eine Familie mit Schul- oder Kleinkindern", erzählt Hall. "Nicht infrage kommen für mich Familien, in denen es Alkoholprobleme oder Gewalttätigkeiten gibt, ebenso wenn stark geraucht wird."

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