Monetäre Leistungen für Familien und Kinder weiterentwickeln

Auf Einladung des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. und des Landes Niedersachsen kamen am 9. Dezember 2016 in Berlin Expertinnen und Experten zum Forum "Monetäre Leistungen für Familien und Kinder – Strategien zur Weiterentwicklung" zusammen. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt sprach sich in ihrer Begrüßung erneut für die Einführung einer Kindergrundsicherung aus. Auch Michael Löher, Vorstand des Deutschen Vereins, bekräftigte die Forderung nach einem konsistenten Gesamtkonzept zur Unterstützung von Familien und Kindern.

Das derzeitige System von monetären Leistungen für Familien und Kinder sei kompliziert und intransparent, so Cornelia Rundt. Das Geflecht aus einer Vielzahl direkter finanzieller Zuwendungen und steuerlicher Entlastungen sei kaum überschaubar und führe zu einer Überforderung antragstellender Eltern. So entstünden Ungerechtigkeiten, weil viele Eltern keinen Überblick über die bereitgestellten Mittel hätten.

Die Einführung einer eigenständigen Grundsicherung für Kinder sieht die Niedersächsische Sozial- und Gleichstellungsministerin als wirksamen Weg, um Kinderarmut zu beseitigen. Es gehe in dieser Frage auch um die Verbesserung der Lebenssituation von Alleinerziehenden, deren Familien einem stark überproportionalen Armutsrisiko ausgesetzt sind.

Auch wenn eine Kindergrundsicherung nicht von heute auf morgen eingeführt werden könne, so müsse der Prozess doch umgehend eingeleitet werden, so Cornelia Rundt: "Ich weiß, dass wir ein dickes Brett bohren müssen, aber wir müssen endlich damit anfangen."

Als ersten Schritt sieht sie die Abschaffung des zu bürokratischen Bildungs- und Teilhabepaketes und die Integration von dessen Leistungen in deutlich erhöhte Kinderregelsätze in der Grundsicherung.

Die Expertinnen und Experten diskutierten insbesondere über mögliche aktuelle Reformoptionen zum Kinderzuschlag, über die Einführung einer Kindergrundsicherung und Möglichkeiten, das Sozialversicherungssystem familiengerechter zu gestalten.


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Quelle: Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung vom 9. Dezember 2016

www.ms.niedersachsen.de

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. hat die Fachbeiträge dokumentiert unter www.deutscher-verein.de