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Befragung zur Situation von Ganztagsschulen

Das Forschungsteam der "Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen – StEG" hat den Bericht "Ganztagsschule 2012/2013" vorgelegt. Er ist das Ergebnis einer bundesweit repräsentativen Befragung von Leitungskräften an Schulen mit Ganztagsangeboten. Der Bericht gibt Einblick in den gegenwärtigen Zustand der bundesdeutschen Ganztagsschullandschaft.

Ganztagsangebote werden den Ergebnissen zufolge in den einzelnen Bundesländern und Schulformen unterschiedlich konzipiert, ausgestaltet und genutzt. In den ostdeutschen Bundesländern sind die Teilnahmequoten höher, die Tagesöffnungszeiten länger und die konzeptionellen Ziele stärker auf die "Erweiterung der Lernkultur" sowie auf "Kompetenzorientierung und Begabungsförderung" gerichtet als in den westdeutschen Ländern. Weiterhin ist die Angebots- und Tagesstruktur in Gymnasien stärker fachbezogen und unterrichtsorientiert als an anderen Schulen der Sekundarstufe I. Und Grundschulkinder nehmen am Ganztag sehr viel häufiger teil als die Jugendlichen im Sekundarbereich.

Zuverlässige Öffnungs- und Betreuungszeiten, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützen, bieten vor allem die Grundschulen. 80 Prozent der Ganztags-Grundschulen organisieren die Teilnahme am Ganztagsbetrieb in freiwilliger Form in "offenen Ganztagsschulen". Insgesamt berichten die Schulleitungen über eine kontinuierliche, in Grundschulen sogar wachsende Nachfrage und Akzeptanz. Entwicklungsbedarf besteht weiterhin bei der finanziellen und personellen Ausstattung. Insbesondere im ländlichen Raum haben Ganztagsschulen Probleme bei der Gewinnung von Personal und Kooperationspartnern.

Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler an Ganztagsschulen umfasst vielfältige Bildungsangebote wie Hausaufgabenbetreuung, Förderangebote, sportliche und musisch-kulturelle Angebote. Fachliche Angebote zu Themen wie Mathematik, Naturwissenschaften oder Fremdsprachen werden häufiger in Gymnasien als in anderen weiterführenden Schulen gemacht. Die Verknüpfung von Unterrichtsinhalten und Ganztagsangeboten gelingt eher in Schulen, die schon längere Zeit im Ganztagsbetrieb arbeiten.

Die Teilnahmequoten in Schulen mit freiwilliger Teilnahme in der Sekundarstufe I sind noch stark ausbaufähig. Zudem erhalten Gymnasiasten im Ganztag mehr fachbezogene Angebote als andere Jugendliche, und die Gymnasien kooperieren eher mit Institutionen der musisch-kulturellen Bildung, während andere Schulen der Sekundarstufe I enger mit Betrieben, Unternehmen und der Arbeitsagentur zusammenarbeiten. Mit Blick auf die gewünschte Nivellierung herkunftsbedingter Ungleichheiten sehen die Autorinnen und Autoren diesen Befund ebenso wie die Erhebung von Teilnahmebeiträgen für Ganztagsschulangebote kritisch.

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